Montag, 17. April 2017

Hue - alte Kaiserstadt und Gräber

Eine weitere Etappe auf meiner Reise ist Hue. Hue liegt am Parfümfluss in Zentralvietnam.

Als erstes machte ich einen Stopp bei der Thien Mu-Pagode. Diese wurde im Jahr 1601 vom Begründer des Fürstengeschlechts Nguyen erbaut. Die Legende erzählt, dass nachts auf dem Hügel am Parfümfluss eine alte Frau gefunden wurde, die ein langes, rotes Kleid und grüne Hosen trug und behauptete, dass dieser Ort einer Gottheit gehört. Sie verlangte, dass im Namen dieser Gottheit eine Pagode gebaut werden müsse, woraufhin sie in einer Wolke verschwand. Seit diesem Tag wird das Bauwerk "die Pagode der alten Himmelsgöttin" oder "Pagode der himmlischen Frau" genannt.




Anschliessend stand die Zitadelle mit der verbotenen Stadt (Kaiserstadt) auf dem Programm. Diese wurde nach dem Vorbild in Peking gebaut, ist aber um einiges kleiner. Leider wurde sie im Krieg 1968 sehr stark beschädigt. Überall können noch Einschusslöcher gesichtet werden.







Der Kaiser Khai Dinh regierte von 1916-1925 und suchte sich seine Grabstätte bereits zu Lebzeiten aus. Vom Eingang her muss man über diverse Stufen durch ein Tor gehen. Ein paar Stufen weiter errecht man den kaiserlichen Audienzhof. Auf beiden Seiten des Hofes befinden sich Statuen von Leibwächtern und soldaten, welche zum Zentrum schauen. Über weitere Stufen gelangt man zum Hauptbereich des Grabmals, dem Khai Thanh Palast.


Der  Kaiser Minh Mang regierte von 1820 - 1841 und verstarb mit 52 Jahren. Auch seine Grabstätte war ein Besuch wert.









Sonntag, 16. April 2017

Hoa Lu und Tam Coc

Via Get your Guide nahm ich an einem organisierten Tagesausflug teil, welcher mit nach Hoa Lu und Tam Coc führte.

Hoa Lu war im 10. und 11. Jahrhundert die Hauptstadt Vietnams und liegt etwa 90 km südlich Hanoi in einem flachen Gebiet, welches in Kalksteingebirge eingebettet ist. Diese Topografie wurde von den damaligen Herrschern bewusst ausgewählt, da das Gebiet nur schwer angreifbar war.
Heute können die Zitadelle mit mehreren Tempeln besichtigt werden. Allerdings sind die Anlagen von Touristen förmlich überlaufen...


Anschliessend liess ich mich auf einem Ruderboot (die Ruderer rudern die Boote mit den Füssen, was zuerst etwas fremd anmutete) durch die trockene Halongbucht Tam Coc fahren. Tam Coc bedeutet drei Höhlen, und tatsächlich fuhr mein Ruderboot durch drei Höhlen. Diese Flussfahrt dauerte knapp zwei Stunden und verlief (abgesehen von den vielen anderen Booten, die uns kreuzten) sehr ruhig. So konnte ich richtig in die Landschaft eintauchen.



Zum Schluss fuhr ich mit einem Fahrrad (ohne Gangschaltung und ohne funktionierende Bremsen) durch die Gegend mit den vielen Reisfelder .





Samstag, 15. April 2017

Ba Be Lake, Nguom Ngao Cave und Ban Gioc Wasserfälle

Da es vom Nordwesten in den Nordosten des Landes keine Strasse gibt, blieb mir nichts anderes übrig, als mit dem Zug wieder retour nach Hanoi zu fahren um von dort aus in den Nordosten zu gelangen.
Eine beschwerliche Autofahrt mit etlichen Hügeln und noch mehr Kurven stand mir bevor, unterwegs stoppte ich bei einer Teeplantage, wo ich gleich bei der Ernte mithelfen konnte...später konnte ich bei einem Stand am Strassenrand diverse Leckereien probieren bis ich schliesslich das 1. Etappenziel, den Ba Be Lake erreicht hatte. Mit einem Boot liess ich mich über den See, durch den Fluss und eine Höhle tuckern.






Da es in dieser Region so gut wie keine Hotels gibt, übernachtete ich bei einer Familie. Das war sehr gemütlich und liess mich nochmals einen anderen Einblick ins hiesige Leben geben.
Dann ging meine Reise weiter in Richtung chinesische Grenze. Bei der Nguom Ngao Cave stoppte ich, um die über 2 km lange Höhle zu besichtigen. Nur mit Guide und Kollegin in so einer grossen Höhle zu gehen, hat mich sehr beeindruckt. Die Höhle wurde 1921 entdeckt und kann nur bei guten Wetterverhältnissen begangen werden, da sie bei Regen regelmässig überflutet wird.




Und weiter ging's zu den Ban Gioc Wasserfällen. Der Fluss und somit auch ein Teil des Wasserfalls bezeichnet die Grenze zu China. So musste ich mich auch mit Pass registrieren, damit ich überhaupt in die Nähe der Fälle gehen durfte.



Der Wasserfall ist ca. 300 Meter breit und 53 Meter hoch. Im Monat April führt der Fluss normalerweise sehr wenig Wasser, da es aber am Tag und in der Nacht zuvor geregnet hatte, war der Wasserstand für ein Foto perfekt!
Von der vietnamesischen Seite her wir der Wasserfall nur selten besucht, da die Anfahrt sehr beschwerlich ist. Von China her ist er jedoch sehr gut erschlossen, dort gibt es offenbar auch Ressorts in der Nähe.
So musste ich einige Stunden fahren, um wieder ein Bett für die nächste Nacht zu erhalten :)




Dienstag, 11. April 2017

Reisanbau

Der Norden Vietnams ist von Reisterrassen geprägt. Hier kann der Reis zweimal jährlich geerntet werden. Im Süden gibt es Reisfelder an Stelle der Terrassen. Dort kann der Reis sogar dreimal jählich geerntet werden.

Bevor aber der Reis ausgesäht werden kann, müssen die Terrassen vorbereitet werden. Mit Hilfe von Wasserbüffel werden die Felder gepflügt.



Anschliessend wird der Reis in einem Abteil angesäht. Nach ca. drei Wochen ist er gross genug, um in die definitiven Terrassen gepflanzt zu werden. Dies wir in mühsamer Handarbeit erledigt.


Die Reisfelder müssen immer gut bewässert bleiben, damit der Reis gedeihen kann. Zusätzlich wird dem Wasser Calcium beigegeben, damit der Reis widerstandsfähiger wird.


Die gesamte Region ist von der Reisterrassen geprägt.




Wenn der Reis zu blühen beginne und alles gelb wird, ist den Zeit zu ernten.


Anschliessend wird der Reis an der Sonne getrocknet, in Säcke abgefüllt und für den Eigenbedarf oder den Export weiter verarbeitet.










Montag, 10. April 2017

Nord-West-Vietnam

Mit dem Nachtzug fuhr ich von Hanoi nach Lào Cai, welches direkt an der chinesischen Grenze liegt. Weiter ging's mit einem Auto und zu Fuss in die Region von Ta Phìn. In dieser Region leben verschiedene ethnische Minderheiten (Hmong, Dao, Tay...). Um ihre Lebensweise besser kennen zu lernen, bin ich zusammen mit einem Guide in die verschiedenen Dörfer gewandert, habe mit den Menschen Zeit verbracht, mit ihnen zusammen gegessen oder Reiswein getrunken. Diese Menschen leben noch sehr traditionell, die Frauen tragen z.B. nach wie vor die Stammeskleider, welche über Monate hinweg in Handarbeit selber genäht und bestickt werden. Gekocht wird am offenen Feuer. Zu Reis gibt es Gemüse oder wenn vorhanden auch Fleisch oder Fisch. Die Zeit hier war sehr intensiv, den Menschen zurückhaltend schüchtern, aber dennoch sehr herzlich.















Samstag, 8. April 2017

Halong Bay

Die Halong Bay besteht aus beinahe 2000 Kalksteinfelsen, welche zum Teil mehrere Hundert Meter hoch zum Wasser herausragen. Der Name bedeutet Bucht des untertauchenden Drachens. Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der nahe am Meer in den Bergen lebte. Als er zur Küste lieft, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, das vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser abgetaucht war.
In der Halong Bucht gibt es auch mehrere Grotten und Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten, welche zum Teil nur bei Ebbe zugänglich sind.
Mit einem Schiff habe ich die Bucht drei Tage lang ausgiebig befahren und Ausflüge auf Hügel, in Höhlen, zu schwimmenden Dörfern oder zu Perlenzuchtstätten gemacht.













Dienstag, 4. April 2017

Xin chào Vietnam - Hallo Vietnam

Meine Vietnam-Reise startet in Ha Noi, was soviel wie Stadt innerhalb der Flüsse bedeutet. Die Einwohnerzahl liegt bei rund 6,5 Mio, etwa gleich viele Motorbikes kurven durch die zum Teil sehr engen Gassen. Das Überqueren einer Strasse stellt mich bereits vor die erste Herausforderung...ich tu es wie die Vietnamesen - langsam aber stetig gerade aus laufen, auf keinen Fall stehen bleiben. Uff, geschafft ;)
Zu Fuss besichtige ich diverse Sehenswürdigkeiten. Dabei fällt mir auf, dass Ha Noi noch alte Traditionen lebt, sich aber vom Fortschritt nicht aufhalten lässt. So wird z.B. vor der Haustüre gekocht, noch immer auf Holzöfen. Eine leckere traditionelle Nudelsuppe zum Frühstück ist den Vietnamesen heilig. Gemüse und Früchte werden ebenfalls auf der Strasse verkauft, traditionell werden diese Güter mit Tragkörben transportiert. Die Gewichte sind dabei beträchtlich.
Die Bahngeleise, welche in Richtung Norden verlaufen, führen mitten durch zwei Häuserreihen. Bis vor kurzen fuhren hier noch regelmässig Züge durch. Da mussten jeweils die Bewohner ihre sieben Sachen kurz zusammenpacken und die Vorbeifahrt abwarten. Da dies zu gefährlich wurde, fahren nun die Züge nur noch nachts.
Ein Grossteil der Vietnamesen gehört dem Buddhismus an. In den vielen Tempeln wird nicht nur gebetet, sondern dem Buddha Speisen und Getränke geopfert. Fast jedes Haus hat einen eigenen, kleinen Tempel im Hauseingang stehen. Überall liegt der Duft der Räucherstäbchen in der Luft.
Eine spezielle Kunst, welche es nur in Vietnam gibt, ist das Wasserpuppentheater. Dabei stehen die Puppenspieler die gesamte Zeit im Wasser. An Stäben lassen sie ihre Puppen auf dem Wasser tanzen. Von einer erhöhten Bühne neben dem Wasserbecken werden dazu traditionelle Instrumente gespielt. Das Orchester leiht den Puppen auch ihre Stimmen.
Was mich immer wieder besonders faszinierte waren die beladenen Fahrräder oder Motobikes...